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Vereinsgeschichten – Das Hallertauer Internet von 1995 bis heute

Die Hallertau und die 13 Hallertauer Siegelbezirke

Die Hallertau ist eine Region in Bayern mit festen geografischen und kulturellen Grenzen. Die Hallertau bzw. auch Holledau findet sich durch die Städte Pfaffenhofen, Schrobenhausen, Ingolstadt, Regensburg/Kelheim, Landshut und Freising begrenzt. Charakterisiert ist diese Region durch den fruchtbaren und verhältnismäßig leicht zu bearbeitenden Boden auf dem vielfach Hopfenanbau betrieben wird. Seit ca. 5.000 vor Christus ist die Region besiedelt. Seit dem 8.Jahrhundert nach Christus wird Hopfenanbau betrieben. Mit etwa 14.000 Hektar wird vom größten zusammenhängenden Hopfenanbaugebiet Hallertau gesprochen. Derzeit gibt es etwa 1.300 Hopfenbauern. Ihre Gesamtproduktion wird zu 98% zur Bierherstellung verwendet. Der Rest z.B. Pharma und Kosmetikindustrie. Die Hopfenbauern bezeichnen sich selbst als Pflanzer oder Pflanzbetriebe und Sie sind in 13 sog. Siegelbezirken angesiedelt. In Alphabetischer Reihenfolge sind dies Abensberg, Altmannstein, Au in der Hallertau, Geisenfeld, Hohenwart, Langquaid, Mainburg, Nandlstadt, Neustadt an der Donau, Pfaffenhofen an der Ilm, Pfeffenhausen, Rottenburg an der Laaber, Siegenburg, Wolnzach;

Das Hallertauer Internet im Jahr 1995

Die Bayerische Staatsregierung hat unter Ministerpräsident Edmund Stoiber Anfang 1995 das Konzept Bayern Online auf den Weg gebracht. Dazu sollte für Bayner ein sog. Bayernnetz erreichtet werden. Firmen, Unternehmen und vor allem auch die Bürger aus Bayern und der Hallertau sollten Zugang erhalten. Allgemeine Internetakzeptanz fördern und zusätzlich viele weiteren Massnahmen umsetzen und Pionierarbeit z.B. in der Telematik leisten. Das waren u.a. Vorstellungen dieses einzigartigen Projekts. Telematikprojekte, papierlose Büros oder Kommunen waren plötzlich im Gespräch z..B. entstand der Behördenwegweiser. Bis dahin war die Hallertau internetmässig lediglich durch grosse Anbieter wie z.B. Telekom bzw. T-Online erschlossen. Vermarktung und Werbung im Internet gab es weitgehenst nicht. Der Internetbrowser von Netscape wurde schnell zu einem der wichtigsten Browser. In Bayern gab es das Bayernnetz, ein Telekommunikationsnetz der Bayerischen Staatsregierung. Die Staatregierung mietet und nutzt dafür Leitungen privater Anbieter. Das Bayernnetz wird durch die Informatik-Zentrum Bayern GmbH & Co.KG, einem Unternehmen der Bayerischen Sparkassen und der Bayerischen Landesbank betrieben.

Das Rückgrat des Bayernnetzes bilden dabei die Datenhochgeschwindigkeitsstrecken zwischen den bayerischen Universitäts- und Fachhochschulstandorten (Bayerisches Hochschulnetz). Also an die Hallertau angrenzenden Hochschulstandorte München, Freising/Weihenstephan, Regensburg. Später sollten dies noch Landshut und Ingolstadt sein.

Im Herbst 1995 fanden die ersten Abstimmungsgespräche und Planungen zwischen Bernd Biehler und Christian Eder statt. Abwechselnd in Moosburg und in Mainburg wurden Möglichkeiten zur Zusammenarbeit und Unterstützung zwischen dem künftigen, geplanten Mainburger bzw. Hallertauer Bürgernetz und dem Bürgernetz Moosburg bzw. Weihenstephan besprochen. Ziel war es an die Hochschule in Weihenstephan anzuschliessen und für die Moosburger und Hallertauer eine Auffahrt zur Datenautobahn zu schaffen. Anschliessend wurden bis zum Jahresende aktiv Bürger angesprochen um gemeinsam mit Ihnen das Bürgernetz zu errichten. 

Das Hallertauer Internet im Jahr 1996

In Pfaffenhofen bildete sich das Bürgernetz Landkreis Pfaffenhofen e.V. In Mainburg gründete sich das Bürgernetz Hallertau e.V. ; Die Vereine finanzierten und organisierten wie viele andere Bürgernetz-Vereine in Bayern, die Einrichtung und den Betrieb eines Einwahlknotens. Dieser Einwahlknoten soll künftig die Auffahrt zur Datenautobahn nach Weihenstephan sein, über den sich der Nutzer zum Ortstarif (Citytarif) in das Bayernnetz und damit in das Internet einwählen kann. Das Bürgernetz kümmert sich beispielsweise um private Nutzer, gemeinnützige Vereine und andere nicht kommerziell tätige Organisationen. Die Vereine in Moosburg, Mainburg, Pfaffenhofen und Ingolstadt gehören dem Bürgernetzverband e. V. (BNV) an. Sie werden meist von Telekommunikationsausschüssen der Landkreise, z.B. Kelheim unterstützt. Ebenso finden die Vereine Unterstützung der jeweiligen Städte z.B.  in Mainburg mit der Stadt Mainburg und der Verwaltungsgemeinschaft Mainburg, sowie von der Kreissparkasse Kelheim.

Im August 1996 wird in Mainburg für die Hallertau die Zugangsmöglichkeit zum Internet geschaffen. Die Bürger des südlichen Landkreis Kelheim, sowie aus Wolnzach, Geisenfeld, Nandlstadt, Au/Hallertau, Pfeffenhausen und Rottenburg an der Laaber können den weltweiten Zugang übers Bürgernetz Hallertau nutzen. Parallel dazu gibt es auch die Möglichkeit für die Äusseren Siegelbezirke zur Einwahl in Pfaffenhofen, Ingolstadt, Landshut. Zur Schulung der Bürger leisten vorallem die Volkshochschulen Grosses. In Bad Gögging wird u.a. die Akademie für Datenkommunikation gegründet. Mittels spezialisierter Internetschulungen werden dort Zielgruppen wie z.B. Priester, Kurdirektoren oder Physiotherapeuten geschult.

Das Hallertauer Internet im Jahr 1997

Parallel haben sich 1996 in Moosburg, Pfaffenhofen, Mainburg und Abensberg/Kelheim Bürgernetze aufgebaut bzw. Online geschalten. Im Januar 1997 verabschiedet das bayerische Kabinett das Förderkonzept BayernOnline II mit weiteren 37 Pilotprojekten. Erste Bürgernetzvereine werden von einzelnen Finanzämtern nicht gemeinnützig anerkannt. Teilweise variieren die Begründungen. Unter anderem wird die Bereitstellung und das Betreiben von Interneteinwählknoten als kommerziell eingestuft. Unterdessen wachsen die einzelnen Vereine in Ihren Mitgliederzahlen. Die ersten Bürgernetze überschreiten schnell Mitgliederzahlen von mehr als 500;  Aus vielen Vereinen wachsen kleine Startupunternehmen, die sich vielfach als Pioniere betätigen müssen. In rechtlicher und technischer Hinsicht liegen keine Erfahrungswerte vor bzw. die ersten Musterprozesse beginnen in Deutschland durch die Medien zu gehen. In der Hallertau nutzen die Bürger in Wolnzach und Geisenfeld, wie auch in den anderen Siegelbezirken fast ausschliesslich Analogtechnik mit 28 kbps.

Das Hallertauer Internet im Jahr 1998

Das Bürgernetz Hallertau e.V. bekommt 1998 die Gemeinnützigkeit vom Finanzamt Ingolstadt nicht anerkannt . Die Mitgliederversammlung des Bürgernetzverband e. V. (BNV) beschließt am 18.07.1998 in Dorfen, daß u.a. die Gemeinnützigkeit eine Voraussetzung für die Mitgliedschaft im Verband ist. Der Verein Bürgernetz Hallertau e.V. darf sich deshalb künftig nicht mehr Bürgernetz nennen bzw. Mitglied im Verband sein.

Nach dem 31.12.1998 entfällt die Förderung der Bürgernetzvereine im Rahmen des Pilotprojektes Bayern Online der bayerischen Staatsregierung und endet der Vertrag zwischen Staatsregierung und Bürgernetzverband. Das Bürgernetz sucht sich eine neue Auffahrt zur Datenautobahn und betreibt ab 01.01.1999 über einen Provider in Augsburg eine schnelle 2 MBit-Leitung. In Bad Gögging werden die bundesweiten Internetseminare ausgeweitet und weiter zielgruppenorientiert spezialisiert. Umliegende Bürgernetze gehen die ersten kommerziellen Wege.

Das Hallertauer Internet im Jahr 1999

Die meisten Bürgernetze werden in kommerzielle Vereine und gemeinnützige Vereine getrennt. Finanzämter entscheiden regional, bei teilweise unterschiedlichen Satzungen.

Der Dachverband "Bürgernetzverband e.V." fordert auch den Bürgernetz Hallertau e.V. auf, bis zum 31.07.1999 den geschützten Namen "Bürgernetz" wegen fehlender Gemeinnützigkeit nicht mehr im Vereinsnamen zu führen. Die Mitgliederversammlung des Bürgernetz Hallertau e.V. am 21.07.1999 beschließ den neuen Vereinsnamen "Hallertau.Net e.V."

Die Unternehmensberatung C.Eder (UBE) entwickelt für die Akademie für Datenkommunikation die ersten Schulungen für Werbekunden. Hotelmanager aus ganz Deutschland lassen sich in Werbetechniken und Internetvermarktung schulen. Bücher und die Süddeutsche Zeitung berichten.

Das Hallertauer Internet im Jahr 2000

Die UBE forciert einheitliche Bannerformate und schult für die CMA landwirtschaftliche Direktvermarkter. Immer mehr Hallertauer Bürger steigen von Analog auf Digitaltechnik um und beauftragen ISDN Anschlüsse. Bundesweite Call by Call Anbieter drängen auf den Internetkundenmarkt. Der Bürgernetzverein Abensberg/Kelheim nähert sich den Call by Call Anbietern an und wird künftig deren Einwahltechnik nutzen. Der Internetexplorer wird mehr und mehr in der Hallertau zum Standartbrowser. Die Regionalen Kooperationen in Abensberg, Ingolstadt, Moosburg und Pfaffenhofen werden geringfügig angepasst und im wesentlichen fortgeführt.

Das Hallertauer Internet im Jahr 2001

Einzelne Hallertauer Vereine setzen weiterhin auf eigene Einwahltechnik. Die Kooperation des Hallertauer Vereins "Akademie für Datenkommunikation" mit der UBE , wird intensiver. Die bayerischen Internetvereine müssen sich an die Veränderungen am Markt anpassen, sie gehen Kooperationen mit den Startup-Unternehmen ein. Die Mitgliederversammlungen sind von stetigen Satzungsänderungen durch Wachstum und Marktanpassung geprägt. Die ersten Musterprozesse gehen zu Ende und schaffen rechtliche Anhaltspunkte.

Das Hallertauer Internet im Jahr 2002

Das Keh.net bietet weiterhin seine Einwahl über Arcor an und betreibt hauptsächlich das kostengünstige Mailhosting. Die Einwahlpreise liegen weitgehenst zwischen 0,9 und 1,2 Cent je Minute. Die Mitgliedsbeiträge der Vereine im nördlichen und südlichen Landkreis Kelheim und den umliegenden Vereinen varieren deutlich zwischen 10 und 30 Euro jährlich. Im Rahmen der Anpassungsmassnahmen bietet der Hallertau.net e.V. in Kooperation mit Pilinx GmbH eine 1,11 Cent Einwahl an. In Pfaffenhofen und Ingolstadt bewegen sich die Preise ebenfalls in der Größenordnung. Per E-Mail werden verstärkt Computerviren verschickt. In den deutschen Ballungszentren versuchen Alternative Anbieter Festnetzanschlüsse mit günstigen Internetverträgen zu verkaufen. Die ländliche Region der Hallertau profitiert nur mässig davon.

Das Hallertauer Internet im Jahr 2003

Ab 2003 steigt das Virenaufkommen deutlich. Vereine bieten für Ihre Mitglieder kostenfrei Virenscanner an. Auch in der Hallertau überholte ISDN die Anzahl der Analog-USER und DSL hält trotz hoher Kosten vermehrt Einzug in die privaten Haushalte. Die UBE, bzw. das Hallertauer Medienhaus betreibt für die Hallertau die Öffentlichkeitsarbeit und Vermarktung. Es werden zunehmend mehr Bannerkunden und die Onlinewerbung bzw. Werbung allgemein wird vorangetrieben.
Nach den Viren steigt auch das sog. Spamaufkommen deutlich an. Internetnutzer aus den 13 Siegelbezirken brauchen und nutzen immer mehr Spamfilter. Hersteller von Antivirensoftware und Spamfilter können deutliche Absatzsteigerungen im gesamten Bundesgebiet ausweisen. 

Das Hallertauer Internet im Jahr 2004

Auf vielfachen Wunsch wurde der Marktplatz-Hallertau optimiert und erweitert. Die Seiten für Wolnzach entstehen. Neben 20 Kategorien für Kleinanzeigen stehen Veranstaltungskalender und Branchenbuch zur Verfügung. Jeder kann sich kostenfrei in die Bereiche eintragen. Zusätzlich bieten immer mehr Onlineprovider sogenannte Webmails an, mit dem jeder Hallertauer Bürger weltweit und kostenfrei seine Mails lesen, bearbeiten und verschicken kann. Diverse Links, Onlinewetter und Suchfunktionen runden die Dienste ab.
In Mainburger geht eine Webcam nach Renovierungsarbeiten am Rathaus wieder auf Sendung. Die Hallertauer Werbung trägt Früchte und freut sich wachsender Nachfrage. Die Startseiten auch in Wolnzach füllen sich.
Im August wird am Marktplatz in Mainburg ein kostenfreier  Access Point errichtet bei dem bis zum Jahresende gesurft werden kann.
Aufgrund wachsender Nachfrage werden erstmals ab September 2004 WLAN-Anschlüsse in Mainburg und Umgebung angeboten und installiert. Banner und Werbung verdoppeln den Umsatz des Hallertauer Internetvereins. Im Dezember 2004 überholen die Werbeumsätze erstmalig die Internetanschlüsse.

  Das Hallertauer Internet im Jahr 2005

Im Januar 2005 werden die aktuellen Zahlen zu den Virenangriffen in 2004 veröffentlicht. Etwa 250.000 Viren wurden vom Virenscanner für ca. 600 Internetuser für Mainburg, Wolnzach, Geisenfeld, Rottenburg und Abensberg/Neustadt automatisch erkannt und eliminiert. Netsky und Sober traten am häufigsten auf. Monatlich werden Vereinsmitglieder vor 5.000 Virenangriffen und 300.000 Werbemails, sog. Spam geschützt. Diese werden herausgefiltert bevor sie zum Internetnutzer auf den PC kommen. Mit der Inbetriebnahme des zweiten Spamfilters wurde die Sicherheitstechnik konsequent erweitert. In ganz Deutschland nehmen die Gefahren und Infizierungen der PC's durch Schädlinge drastisch zu.
Ein Hallertauer Internetverein gibt einen neuen Verschlüsselungsdienst für E-Mails frei, bei dem es nun online möglich ist E-Mails mit Verschlüsselung freizugeben. Breitbandnutzer wie z.B. DSL-Nutzer profitieren besonders davon.

Im Juni 2005 macht der Marktplatz Hallertau Werbung für diverse Vereinsmitglieder für eine eigene Rubrik Steuernews d.h. aktuelle Steuernachrichten bei der Kanzlei Petzendorfer und Linseisen werden freigegeben. Mit der Gestaltung und Erstellung von Bannerwerbung deckt das heutige Hallertauer Medienhaus ab Juli 2005 auch die Siegelbezirke Abensberg, Siegenburg und Neustadt Donau ab. Das Portal Mittelzentrum.info ist in Betrieb.
Schon im August 2005 wird den Hallertauern kostenfrei die Rubrik Auto & KFZ mit aktuellen Informationen vom ddp deutschen Depeschendiens zur Verfügung gestellt. Das Branchenbuch fasst mittlerweile über 500 Hallertauer Firmen mit Adressen, Banner, Logos und aktueller Werbung bzw. Reklame.
Ab Oktober 2005 können alle Mitglieder und Internetnutzer vom Marktplatz-hallertau mit der Werbung über Gutscheine und Rabattmarken Geld sparen. Bei Disco, Kino, Party, Gastro, Sport, Finanzen gibt es ggf. Freikarten oder Ermäßigungskarten die z.B. zum freien Eintritt ermächtigen. Oder die Internetnutzer bzw. Mitglieder profitieren von Freigetränken oder sonstigen Vergünstigungen.
Das Medium Internet nimmt zum Jahresende als Werbeträger erneut an Wichtigkeit zu. Das Werbemittel, die eigentliche Werbung auf Bannern gewinnt zur Markenbildung und als Erkennungsmerkmale an Nachfrage.

Das Hallertauer Internet im Jahr 2006

Zu Beginn des Jahres 2006 wird aufgrund er aktuellen Marktgegebenheiten die Zusammenarbeit des Hallertauer Medienhauses mit einem Hallertauer Internetverein stückweise aufgelöst. Das Hallertauer Medienhaus weitet die regionale Präsenz aus und übernimmt im Februar Werbekunden aus der Region Wolnzach. Anschliessend folgen auch Werbekunden aus Mainburg und Umgebung. Ein Infoportal für Mainburg das sogenannte Mainburger.info, wird eröffnet und findet breite Akzeptanz. Neben aktuellen Nachrichten, Branchenbuch überregionalen Nachrichten zu den Themen Wohnen und Bauen, Wirtschaft, Reisen etc. findet sich eine Foto- und Filmdatenbank.

In der zweiten Jahreshälfte ergänzt die Wolnzacher.info die bisherige Webplattform. Das Hallertauer Medienhaus entwickelt die ersten Werbefilme für ausgewählte Bannerwerbekunden. Der nächste Innovationsschritt in der Hallertauer Internet Geschichte ist damit realisiert.

 

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